Anleitung Fedora DAW: Installation (Teil 1)

Ich möchte hiermit dokumentieren, wie ich eine Digital Audio Workstation (DAW) auf Basis von Fedora installiert haben. Die Dokumentation soll komplett von A wie Ardour bis Z wie Zero Latency gehen.

Nomenklatur:
Befehlzeilen in diesem Artikel fangen entweder mit # oder $ an. Die # bedeutet, der Befehl muss als root ausgeführt werden – das geht i. d. R. mittels sudo. Bei einem $ wird der Befehl im Benutzerkontext ausgeführt. Dieser Artikel geht von der Annahme aus, dass bereits mit Linux gearbeitet wird.

Installation
Seinen Anfang nimmt das mit Auswahl des richtigen Installationsimages. Fedora kommt in drei Varianten daher: Workstation, Cloud und Server. Logischerweise nehmen wir…. das Serverimage. :-) Ich hatte zuerst das Workstationimage probiert, jedoch bietet dies keine Auswahl von Installationsgruppen an. Deshalb habe ich mich das Serverimage entschieden, denn dies bietet im Installations-Assistenten die Möglichkeit, entsprechende Programmgruppen auszuwählen. Dazu später mehr.

Das Installationsimage bekommt man unter getfedora.org. Zum Zeitpunkt dieser Dokumentation war die aktuelle Version Fedora 23. Sobald man das Image heruntergeladen hat, geht es darum, das Image auf ein Medium zu bringen. Man hat die Qual der Wahl: Entweder brennt man das Image ganz klassisch auf einen Rohling oder geht den etwas moderneren Weg über einen USB-Stick. Meine Wahl fiel auf den USB-Stick. Welche Zuordnung der Stick erhalten hat, bekommt nach dem reinstecken mithilfe folgenden Befehls heraus:
# lsblk

Die Ausgabe sollte dann sinngemäß wie folgt aussehen:
NAME                   MAJ:MIN RM   SIZE RO TYPE  MOUNTPOINT
sda                      8:0    0 465,8G  0 disk
├─sda1                   8:1    0  1000M  0 part /boot
└─sda2                   8:2    0 439,5G  0 part
└─luks-41062611-xxxx   253:0    0 439,5G  0 crypt
...
sdb                      8:16   1   1,9G  0 disk
└─sdb1                   8:17   1   1,9G  0 part
sr0                     11:0    1  1024M  0 rom

Der USB-tick ist hier sdb. Anschließend ist dd ein treues Helferlein, um das Image zu überspielen:
# dd bs=4M if=/pfad/zu/Fedora-Server-DVD-x86_64-23.iso of=/dev/sdb status=progress && sync

Anschließend ist der USB-Stick vorbereitet und kann als Bootmedium genutzt werden.

Nach Abschluß der Installation:
Um den USB-Stick wieder mit vollständigem Speicherplatz nutzbar für Dateien zu machen, ist nach Abschluss der Installation folgender Befehl notwendig:
# dd count=1 bs=512 if=/dev/zero of=/dev/sdb && sync
Anschließend wieder partitionieren und formatieren und alles ist gut.

Nun steckt man den vorbereiteten USB-Stick in den vorgesehenen Rechner und bootet von diesem Medium. Die Installationsroutine sollte nun starten:
Screenshot_fedora22_2016-02-04_12:15:43

Hier ist nun eine bestimmte Vorauswahl vorzunehmen, da die Softwareauswahl-Liste sich sonst auf serverrelevante Dinge beschränkt. Die Installationquelle muss deswegen geändert werden auf einen Spiegelserver. Das setzt logischerweise eine bestehende Internetverbindung voraus.

Screenshot_fedora22_2016-02-04_13:12:24

Nach der Bestätigung mittels „Fertig“ werden nun die Metadaten vom Spiegelserver heruntergeladen und die Softwareauswahl bietet eine deutlich umfangreichere Auswahl als nur über das lokale Medium. Der nachfolgende Screenshot zeigt bereits die durch mich vorgenommene Auswahl an Software.

Screenshot_fedora22_2016-02-04_13:11:56

Nach der Softwareauswahl folgt die Partitionierung der Festplatte. Hier sollte man sich eine grundsätzliche Frage stellen: LVM oder nicht. Ich persönlich entscheide mich für LVM, da ich mir die Möglichkeiten der Speichererweiterung und sonstige Konfigurationsmöglichkeiten im Sinne der Flexibilität erhalten möchte. Die Partitionierung selbst möchte ich nicht weiter kommentieren. Hier sollte man sich einen seinen persönlichen Wünschen orientieren. Die Screenshots zeigen die Partitionierung einer virtuellen Maschine, die eigens nur für diese Dokumentation aufgesetzt wurde.

Screenshot_fedora22_2016-02-04_13:24:40 Screenshot_fedora22_2016-02-04_13:27:35 Screenshot_fedora22_2016-02-04_13:28:50

Nach der Partitionierung noch zu guter letzt die Netzwerkeinstellungen anpassen. Hier liegt das Augenmerk insbesondere auf dem Rechnernamen unten links.

Screenshot_fedora22_2016-02-04_13:33:32

Nach diesen Einstellungen erfolgt die Installation mittels des Buttons „Installation starten“. Es folgen noch die Benutzereinstellungen: root-Passwort setzen und Benutzer erstellen.

Screenshot_fedora22_2016-02-04_13:39:02Screenshot_fedora22_2016-02-04_13:38:48Screenshot_fedora22_2016-02-04_13:39:15

Jetzt ist es Zeit für einen Kaffee…

Nach der Installation muss noch neu gestartet werden und schon erscheint die Grundlage für die zukünftige Audioproduktion.

Screenshot_fedora22_2016-02-04_15:39:13

Fedora Doku für Audio Setup

Auf der nachfolgenden Seite sind Fedora-bezogene Konfigurationsempfehlungen beschrieben:
fedoraproject.org/wiki/JACK_Audio_Connection_Kit

Ganz kurz gefasst:
– Kernel mit threadirqs Parameter starten
– rtirq installieren und konfigurieren
– realTimeConfigQuickScan installieren und zum Testen der Systemkonfiguration laufen lassen

Kleine Ergänzung für Radeonkarten mit HDMI-Ausgang: Kernelparameter radeon.audio=0 setzen.

Wahrscheinlich wird realTimeConfigQuickScan ausgeben, dass kein Zugriff auf rtc (RealTimeClock) und hpet (High Precision Event TImer) für den angemeldeten User besteht. An dieser Stelle muss man mittels udev diesen Zugriff erlauben oder jedes Mal Dateiberechtigungen ändern. Mir gefällt erste Variante besser. Hierzu dann eine Datei /etc/udev/rules.d/50-jackuser-timing.rules erstellen. Der Inhalt ist folgender:

KERNEL=="rtc0", GROUP="jackuser"
KERNEL=="hpet", GROUP="jackuser"

Bei den meisten Distribitionen muss die Gruppe audio angegeben werden, jedoch ist Fedora an dieser Stelle etwas eigenwillig und hat die Gruppe jackuser angelegt. Insofern wird diese Gruppe in der udev-Regel verwendet.

Fedora DAW: Nächste Etappe Vorbereitungsscript

Nächste Etappe beim Test von Fedora 23 als OS für eine DAW:

Es macht Sinn, diverse Dienste, Module und andere systemrelevante Parameter zu beeinflussen, bevor Jack startet.

Hierfür will ich es mir einfach machen mittels eines entsprechenden Scripts. Dieses Script wird mit sudo ausgeführt ohne Passwortabfrage. Dazu muss  /etc/sudoers bearbeitet werden. Hierfür wird der Befehl visudo verwendet und am Ende der Datei folgende Zeile angefügt:

username ALL=(ALL) NOPASSWD: /pfad/zum/script

Das entsprechende Script unter dem genannten Pfad erstellt und ausführbar gemacht.

Test von Fedora 23 als DAW

Bei Fedora auf meiner HP xw8600 bleibt noch einiges zu tun. Denn es kommen noch einfach zu viele Xruns. Die Ursache konnte ich noch nicht finden, jedoch muss es irgendwo im Bereich von Gnome oder im Power Management zu suchen sein. Leider gibt das BIOS der xw8600 nicht viel her zum Power Management.

Hier ein paar Seiten, die ich derzeit konsultiere, um der Problematik auf die Schliche zu kommen:
wiki.linuxaudio.org/wiki/system_configuration
https://lists.fedoraproject.org/pipermail/users/2015-November/466880.html
https://extensions.gnome.org/extension/119/disable-window-animations/
kxstudio.linuxaudio.org/Documentation:Manual:latency

Installation einer Arch Linux Recording DAW via Scripte

Wie bereits in meinem anderen Artikel Musikproduktion auf Basis von ArchLinux geschildert, habe ich mir die Tätigkeiten mittels Scripte automatisiert. Das macht die Installation deutlich schneller und angenehmer.

Die Scripte sind in drei Teile aufgeteilt:

  1. Installation des Grundsystems
  2. Konfiguration des Grundsystems
  3. Einrichtung der DAW inkl. der benötigten Software

Es sei angemerkt, dass die nachfolgenden Scripte eine Installation zum reinen Recorden bereitstellen. Individualiseren müsste im Zweifel, wenn ihr weitere Funktionalitäten haben möchtet.

Weiterer Hinweis: Es werden bedingt durch meine betroffenen Rechner nur die Xorg-Treiber für Nvidia und Intel-Grafikkarten installiert. Es wird davon ausgegangen, dass die Festplatte sda verwendet wird.

So, lange genug geredet – hier die Scripte: Installation einer Arch Linux Recording DAW via Scripte weiterlesen

Musikproduktion auf Basis von ArchLinux

ArchLinux installieren

Die Basisinstallation erfolgt entsprechend der Anleitung auf ArchLinux.de. Dem ist quasi nichts hinzuzufügen.

Installation linux-rt-lts Kernel

Ich mache es mir da etwas einfacher, als via AUR (Arch User Repositories) den Kernel zu kompilieren. Denn die Jungs von ArchAudio.org bieten die Realtime-Kernel bereits fertig an. Dazu muss die Konfiguration vom Packetmanager pacman angepasst werden. Hierzu wird die Datei /etc/pacman.conf angepasst:

nano /etc/pacman.conf

Folgende Zeilen werden nun angefügt:

# ArchAudio Production
[archaudio-production]
SigLevel = Optional TrustAll
Server =http://repos.archaudio.org/$repo/$arch

Anschließend die Repos aktualisieren und installieren: Musikproduktion auf Basis von ArchLinux weiterlesen